Straßenbeschilderung durch Citroën
André Citroën, bekannt für seine großartigen Werbe-Ideen, ließ praktisch keine Möglichkeit aus, seinen Namen bekannt zu machen. Teilweise mit atemberaubenden Aktionen, wie der Illumination des Eiffelturms, teilweise auch fast unbemerkt, aber doch stetig präsent.
Eine dieser eher unauffälligen Werbemethoden war die Weg-Beschilderung der Straßen Frankreichs. Bereits 1922, also nur drei Jahre nach Firmengründung, wurden die ersten Schilder produziert und aufgestellt.
Seitens des französischen Innenministeriums waren -um unkontrollierten Wildwuchs zu vermeiden- klare Regeln zur Aufstellung der Schilder vorgegeben worden. Man erlaubte damals den drei wichtigsten Firmen des automobilen Sektors die Aufstellung von Hinweis- und Straßenschildern:
Michelin durfte Beschilderungen an Straßen und Straßenkreuzungen außerhalb von Ortschaften vornehmen, Renault überließ man die Beschilderung an Ortseingängen und Citroën durfte die innerörtliche Weg-Beschilderung übernehmen.
Später wurden auch Beschilderungen anderer Firmen (z.B. Peugeot und Dunlop) zugelassen.
Anfänglich unterbreitete André Citroën den Bürgermeistern der großen Städte noch mit einem persönlichen Schreiben das Angebot, kostenlose Wegweiser zu bekommen. Später wurde eine eigene Abteilung gegründet, welche sich um die Bestellung, Produktion und Anbringung der Schilder kümmerte.


Speziell geschulte Vertreter besuchten die Bürgermeister und Gemeindevertreter und standen beratend zur Seite.
André Citroën hatte sich mal wieder nicht getäuscht und eine grandiose Werbeidee -ohne Rücksicht auf die immensen Kosten- in die Tat umgesetzt.
Bis 1925 wurden über 65.000 Schilder produziert und aufgestellt. 1926 wurde das 100.000ste Schild produziert. Insgesamt wurden bis 1932 ca. 180.000 Schilder in über 12.000 Städten und Dörfern aufgestellt.
Citroën Type A und Wegweiser, ca. 1922